Persönlichkeit mit Herz: Isabelle Saluz

„Der campus vivant’e ist für das Aït Bouguemez ein großer Segen. Dieser Ort lässt Menschen wachsen – auch mich selbst!“ 

Auszeit in Marokko

Es war gerade ein idealer Zeitpunkt, als Familie einmal eine Auszeit zu nehmen; für längere Zeit im Ausland leben und arbeiten. Das wünschten sich Isabelle und ihr Mann. Das vierte Kind war gerade geboren und Isabelles Mann plante einen Stellenwechsel. Eigentlich wollten sie nach Nepal, um an einer Schule mitzuwirken. An einem Winterabend 2013 tauschten sie sich mit Freunden über ihr Vorhaben aus, Schulleiter der Schweizer Privatschule Scuola Vivante. „Sofort kamen die beiden auf die Idee, wir könnten doch an ihrer Partnerschule, die école vivante in Marokko, mitwirken, die damals noch im Aufbau war“, erzählt Isabelle. Fünf Monate später fanden sich Isabelle, ihr Mann und ihre vier Kinder im Aït Bouguemez wieder. Vom ersten Moment an wussten sie: „Wir sind hier richtig!“

Segensreiche Arbeit

Ein Jahr lang hat Isabelle mit ihrer Familie im Aït Bouguemez gelebt und die école vivante pädagogisch unterstützt. „Die Zusammenarbeit mit Itto, der Gründerin und Schulleiterin, war unglaublich intensiv und sehr harmonisch. Gemeinsam konnten wir die Schule und die Gesamtvision dieses Bildungsprojektes weiterentwickeln“, so Isabelle. Die Offenheit des ganzen Teams habe sie von Beginn an fasziniert und durch die gegenseitig befruchtende Arbeit konnte viel in diesem Schuljahr erreicht werden, erzählt Isabelle weiter. Diese Bemühungen sollten aber mit der Rückkehr der Familie in die Schweiz nicht beendet sein. Auch weiterhin engagiert sie sich stark für das Projekt – unter anderem für Fundraising und Kommunikation.

Der Welt etwas zurückgeben

Isabelle und ihrer Familie geht es gut. Sie leben in der Schweiz, in Sicherheit und Wohlstand. Umso wichtiger ist es ihr, jenen etwas zurückzugeben, die nicht das gleiche Los gezogen haben. „Wenn meine Fähigkeiten und Möglichkeiten dazu beitragen, dass viele Kinder in einer Randregion genau davon profitieren können, dann ist es für mich das Natürlichste der Welt, dies auch zu tun“, betont Isabelle. Qualitativ hochwertige Bildung sei essentiell, damit Menschen mutig und selbstbestimmt ihren Weg gehen können, so Isabelle.

Eine Schule mit Pioniercharakter

Die Schule reagiere auf echte Bedürfnisse und habe in vielerlei Bereichen Pioniercharakter. „Ein Modellcharakter für ganz Marokko“ – so definiert Isabelle den campus vivant’e. Neben einer kreativen, menschlichen und entwicklungsorientierten Pädagogik sei die Inklusion von Gehörlosen in den Schulalltag sowie die innovative Permakultur-Gestaltung des Campusgeländes eine absolute Besonderheit. „Dass es den campus vivant’e im Tal gibt, ist ein großer Segen. Dieser Ort lässt Menschen wachsen – auch mich selbst!“

Visionen, die wahr werden

Die vom Staat im Rahmen einer Bildungsreform gesetzten Bildungsziele werden in dieser Schule bereits seit längerem umgesetzt, weshalb auch das Bildungsministerium wachsendes Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Die Schule ist eingebettet in ein ganzheitliches Projekt, das die Lebensbedingungen der Talbevölkerung durch ein gegenseitiges Miteinander nachhaltig verbessert und Perspektiven eröffnet. „Hier sieht man, dass Visionen wahr werden können, wenn man mutig Schritt um Schritt geht und alle Menschen darin miteinbezieht“, erzählt Isabelle.

Isabelle Saluz Blog über ihre Zeit in Marokko:
https://saluzins.wordpress.com/

Wir danken Isabelle für ihre fortwährende, enorm wichtige Mitarbeit und die ehrenamtliche treue Unterstützung des Projektes durch sie und ihre Familie!

 

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